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03/2026

Gut vorbereitet in die neue Saison

Gut vorbereitet in die neue Saison

Der Übergang vom Winterlager zurück ins Wasser erfordert mehr als nur einen Termin am Kran. Erfahrungen zeigen, dass gerade beim Auswintern typische Schwachstellen auftreten können. Wer Batterien, Motor, Kraftstoffsystem und sicherheitsrelevante Bauteile rechtzeitig überprüft, schafft die Grundlage für eine zuverlässige und störungsfreie Saison auf dem Wasser.

1. Batterien prüfen und richtig lagern

Eine häufige Ursache für Probleme im Frühjahr sind entladene oder beschädigte Batterien. Um die Funktionsfähigkeit sicherzustellen, sollten Batterien während der Winterpause fachgerecht gelagert werden.

  • Abklemmen: Batterien sollten mindestens vom Bordnetz getrennt werden (zuerst den Minuspol), um unbemerkte Entladung zu vermeiden.
  • Lagerung: Kühl, trocken und frostfrei lagern, möglichst ohne starke Temperaturschwankungen.
  • Pflege: Regelmäßiges Nachladen (alle 2–3 Monate) erhält die Leistungsfähigkeit.
  • Kontrolle: Vor dem Einbau im Frühjahr Polklemmen, Ladezustand und mögliche Korrosion prüfen.

Je nach Batterietyp gelten unterschiedliche Anforderungen. Lithium-Batterien sollten beispielsweise nicht dauerhaft am Ladegerät verbleiben und mit teilweiser Ladung eingelagert werden.

2. Kraftstoffsystem und Dieselpest

Während der Standzeit kann sich im Dieseltank Wasser ansammeln – eine ideale Grundlage für Mikroorganismen. Deren Stoffwechselprodukte können Filter und Leitungen verstopfen und den Motorbetrieb beeinträchtigen.

Vorbeugende Maßnahmen:

  • Tank möglichst voll einlagern, um Kondenswasserbildung zu reduzieren
  • Kraftstofffilter vor Saisonbeginn wechseln
  • Tank auf Verunreinigungen prüfen und ggf. reinigen lassen
  • Bei Bedarf geeignete Additive einsetzen

Ein zusätzlicher Wasserabscheider kann helfen, angesammeltes Wasser frühzeitig zu erkennen und zu entfernen.

3. Kühlkreislauf kontrollieren

Ein funktionierender Kühlkreislauf ist entscheidend für den Motorbetrieb. Vor dem Zuwasserlassen sollten folgende Punkte überprüft werden:

  • Seeventile und Einlässe auf Verunreinigungen prüfen
  • Schläuche, Schellen und Verbindungen kontrollieren und bei Bedarf ersetzen
  • Seewasserfilter reinigen und abdichten
  • Impeller und Pumpe überprüfen

Nach dem Start des Motors sollte unmittelbar kontrolliert werden, ob Kühlwasser austritt. Bleibt dies aus, ist der Motor sofort abzustellen und die Ursache zu klären.

4. Borddurchlässe und Seeventile

Durch Frost oder Materialermüdung können Seeventile und Durchlässe beschädigt werden. Daher ist eine gründliche Prüfung vor dem Kranen ins Wasser unerlässlich.

  • Funktion und Gängigkeit testen
  • Auf Korrosion oder Materialschäden achten
  • Dichtheit unmittelbar beim Einsetzen ins Wasser kontrollieren

Im Zweifel empfiehlt sich die Begutachtung durch einen Fachbetrieb, da Materialqualität und Zustand oft schwer einzuschätzen sind.

5. Opferanoden nicht vergessen

Opferanoden schützen metallische Bauteile vor Korrosion. Sind sie verbraucht oder fehlen, kann es zu erheblichen Schäden kommen.

  • Zustand regelmäßig kontrollieren
  • Bei sichtbarem Verschleiß austauschen
  • Passendes Material je nach Gewässer wählen (z. B. Zink für Salzwasser, Magnesium für Süßwasser)

Da sich viele Anoden unterhalb der Wasserlinie befinden, ist die Kontrolle besonders im Winterlager sinnvoll.

Mitglieder finden im Mitgliederbereich eine Checkliste als PDF!